Okay Girls. Holt euch eine Decke. Das wird eine lange Folge.
Wir haben euch die Geschichte des Cannabis-Verbots erzählt – wie Kaiser es nutzten, wie Queen Victoria es gegen ihre Periode nahm, wie ein rassistischer Medienmogul und ein karrieregeiler Beamter es verboten haben.
Aber es gibt noch eine andere Geschichte. Älter. Dunkleer. Und so direkt mit uns verbunden, dass es kaum zu fassen ist.
Es ist die Geschichte der Frauen, die Kräuter kannten. Die heilten. Die wussten. Die Cannabis verwendeten – als Medizin, als Ritual, als Werkzeug. Die Frauen, die man Hexen nannte.
Und was mit ihnen passiert ist.
Schnallt euch an.
Zuerst: Was ist eine „Hexe“ eigentlich?
Das Wort „Hexe“ hat heute vor allem eine ästhetische Bedeutung. Schwarze Gewänder. Besen. Kessel. Halloween.
Aber historisch war eine „Hexe“ – oder besser: die Frau, die man als Hexe bezeichnete – etwas ganz anderes. Sie war meistens eine von diesen:
- Die Kräuterfrau – die Frau im Dorf, die wusste, welche Pflanze gegen welchen Schmerz hilft. Die Hebamme, die Heilerin, die Medizinerin vor der Medizin.
- Die Hebamme – die Frau, die bei Geburten half, die Schmerzen linderte, die über Frauenkörper Bescheid wusste auf eine Art, die Männern fremd war.
- Die Weise Frau – oft älter, oft alleinstehend, oft unabhängig. Die Frau, die keinen Mann brauchte um zu überleben. Die ihren eigenen Rat kannte.
- Die Abweichende – manchmal einfach die Frau, die zu laut war, zu selbstbewusst, zu wenig angepasst. Die das falsche Grundstück besass oder den falschen Nachbarn hatte.
Was sie gemeinsam hatten: Sie wurden als Bedrohung wahrgenommen. Von einer Gesellschaft, die Frauenmacht nicht tolerieren wollte. Von einer Kirche, die ihr Monopol auf Heilung, Wissen und das Übernatürliche nicht teilen wollte.
Und so wurden sie Hexen genannt.
Kräuterfrauen und Cannabis: Eine sehr alte Verbindung
Jetzt kommen wir zum Kern. Denn Cannabis und die Kräuterfrauen Europas – das ist keine Spekulation. Das ist Geschichte.
Wir wissen aus Teil 1 unserer Cannabis-Serie, dass Cannabis seit Jahrtausenden als Heilpflanze bekannt war. In China. In Ägypten. In Indien. Und ja – auch in Europa.
In mittelalterlichen Kräuterbüchern – den Herbaria – taucht Cannabis regelmäßig auf. Als Schmerzmittel. Als Mittel gegen Entzündungen. Als Geburtshelfer – um Wehen zu erleichtern und Schmerzen zu lindern.
Hildegard von Bingen – Benediktiner-Äbtissin, Musikerin, Visionärin und eine der einflussreichsten Frauen des Mittelalters – erwähnte Cannabis in ihren medizinischen Schriften. Sie war eine von vielen Frauen, die Pflanzenwissen sammelten, dokumentierten und weitergaben.
Dieses Wissen – über Cannabis, über Geburtskräuter, über schmerzlindernde Pflanzen – war jahrhundertelang Frauenwissen. Weitergegeben von Mutter zu Tochter. Von Heilerin zu Schülerin. Mündlich. Praktisch. Real.
Und dann wurde es gefährlich, dieses Wissen zu besitzen.
Die Hexenflug-Salbe: Weed auf dem Besen?
Okay. Jetzt wird es wirklich interessant. Und ein bisschen wild.
Es gibt eine historische Debatte unter Ethnobotanikern und Historikern über die sogenannte Hexenflug-Salbe. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Quellen beschreiben, dass Frauen, die der Hexerei beschuldigt wurden, Salben verwendeten – die sie auf Haut oder Schleimhäute auftrugen – um zu „fliegen“ oder „auf dem Besen zu reiten“.
Historiker haben lange angenommen, das sei reine Fantasie der Inquisitoren. Aber dann schauten sich Ethnobotaniker die beschriebenen Zutaten genauer an.
Typische Zutaten solcher Salben in historischen Quellen:
- Bilsenkraut – halluzinogen
- Stechapfel – halluzinogen
- Alraune – halluzinogen
- Eisenhut – toxisch, in kleinen Mengen psychoaktiv
- Hanf – also Cannabis
Es ist möglich – und wird von mehreren Historikern ernsthaft diskutiert – dass diese Salben reale psychoaktive Effekte hatten. Dass die Kräuterfrauen, die mit Pflanzen experimentierten, die Wirkung bestimmter Substanzen kannten. Dass „fliegen“ eine Metapher war – für etwas Reales, das sie erlebten.
Der Besen, übrigens? Historiker spekulieren, dass er als Applikationshilfe diente – zum Auftragen von Salben auf Schleimhäute, wo die Wirkstoffe schneller absorbiert werden. Das klingt unappetitlich, erklärt aber, warum der Besen so zentral in der Hexen-Ikonographie wurde.
Ich sage nicht, dass das definitiv so war. Ich sage: Es ist eine ernst genommene historische These. Und es gibt eine dunkle Ironie darin, dass die Frauen, die Cannabis als Heilmittel kannten, als „Hexen“ verfolgt wurden – genau wie Cannabis später als „gefährliche Droge“ verboten wurde.
Patriarchat has a type.
Die Hexenverfolgung: Zahlen, die weh tun
Kommen wir zu dem Teil, der am meisten wütend macht.
Die große europäische Hexenverfolgung fand hauptsächlich zwischen 1450 und 1750 statt. 300 Jahre.
Schätzungen der Historiker variieren, aber die Konsensusschätzung liegt bei 40.000 bis 60.000 Hinrichtungen in Europa. Etwa 75-80% der Verurteilten waren Frauen.
Deutschland war eines der Zentren. Würzburg, Bamberg, Köln – Städte, in denen Hexenprozesse in Massen stattfanden. In manchen dörflichen Gemeinden wurden fast alle Frauen über einem bestimmten Alter hingerichtet.
Die Anschuldigungen? Klassisch:
- Schadenszauber – Missernten, krankes Vieh, kranke Nachbarn
- Teufelspakt
- Teilnahme am Hexensabbat
- Zubereitung von Zaubermitteln – oft: Kräuter
Die Folter war systematisch. Das Geständnis war das Ziel. Und unter Folter gestand man alles.
Und wer waren diese Frauen? Die Forschung zeigt: oft die unabhängigsten. Die wohlhabendsten. Die lautesten. Die mit eigenem Land. Die Hebammen und Heilerinnen, deren Konkurrenz die aufsteigende männliche Medizinzunft nicht gebrauchen konnte.
Es war kein Kampf gegen das Übernatürliche. Es war ein Kampf gegen Frauenmacht.
Die Hebammen: Der direkte Angriff auf Frauenwissen
Ein besonders dunkles Kapitel: die Verfolgung von Hebammen.
Der Malleus Maleficarum – der „Hexenhammer“, 1487 veröffentlicht, das einflussreichste Handbuch der Hexenverfolgung – widmet Hebammen besondere Aufmerksamkeit. Sie werden als besonders gefährlich beschrieben, weil sie Zugang zu Neugeborenen hatten und über Frauenkörper wussten.
Gleichzeitig etablierte sich im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit eine männlich dominierte Medizin. Universitäten, Zulassungen, Zunftrechte. Frauen wurden ausgeschlossen.
Die Kräuterfrau, die seit Generationen Geburten begleitet hatte – plötzlich war sie Konkurrenz. Und dann war sie Hexe.
Das Kräuterwissen – das Cannabis-Wissen, das Pflanzen-Wissen, das Wissen über Frauenkörper – wurde aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt. Geheim gehalten. Verfolgt.
Klingt familiar? Es ist dasselbe Muster, das wir in Teil 2 unserer Cannabis-Serie beschrieben haben. Wissen, das Macht ermöglichte, wurde kriminalisiert. Von denen, die diese Macht nicht teilen wollten.
Was die Wissenschaft über Pflanzen und Hexen heute sagt
Die Ethnobotanik – die Wissenschaft, die sich mit der Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen beschäftigt – hat in den letzten Jahrzehnten viel rehabilitiert.
Cannabis als Geburtshelfer? Belegt in historischen Quellen mehrerer Kulturen. Als Schmerzmittel? Selbstverständlich. Als Bestandteil von Ritualen? Ja, in vielen Kulturen weltweit.
Pflanzen wie Mutterkorn – ein Pilz auf Roggen – enthielten Substanzen, die in kleinen Mengen Wehen auslösten. Hebammen wussten das. Sie nutzten es. Und wurden verfolgt.
Das Wissen dieser Frauen war real. Empirisch. Durch Jahrhunderte der Beobachtung gewonnen. Es war Wissenschaft – ohne das Wort zu kennen.
Und es wurde als Teufelswerk bezeichnet.
Das Erbe: Wer wir heute sind
Hier wird es empowering. Versprochen.
Die Kräuterfrauen wurden verfolgt. Ihr Wissen wurde verdrängt. Ihre Namen meist vergessen.
Aber das Wissen selbst? Hat überlebt. In Familien weitergegeben. In abgelegenen Gemeinden praktiziert. Und heute – in der Ära der Cannabis-Legalisierung, der Kräutermedizin-Renaissance, der Frauen die offen über Menstruationsschmerzen, Anxiety, Schlafprobleme reden und Cannabis als Teil ihrer Selbstfürsorge beschreiben – heute ist dieses Wissen zurück.
Wir sind das Erbe der Kräuterfrau.
Nicht metaphorisch. Wenn du Cannabis gegen Regelschmerzen nimmst – wie wir in unserem CBD vs. THC Artikel beschrieben haben – machst du etwas, was Frauen seit Jahrtausenden gemacht haben. Was verboten wurde. Was vergessen werden sollte.
Und du machst es wieder.
Wenn du eine Session als Teil deiner Self-Care behandelst – wie in unserem Weed & Self-Care Artikel – praktizierst du eine Form von Selbstfürsorge, für die Frauen vor dir ihr Leben riskiert haben.
Das ist kein Drama. Das ist Geschichte.
Warum Halloween perfekt ist, um das zu ehren
Halloween hat keltische Wurzeln – Samhain, das Fest des dünnen Schleiers zwischen den Welten, das Ende des Sommers, der Beginn des Dunklen. Es war kein grusely Kommerzfest. Es war ein Moment der Erinnerung. Des Respekts. Des Innehaltens.
Dass Hexen – also genau diese Kräuterfrauen, diese Heilerinnen, diese unabhängigen Frauen – zu Ikonen von Halloween wurden, ist keine Ironie. Es ist eine Form von kollektiver Erinnerung. Wir erinnern uns an sie. Auch wenn wir nicht wissen warum.
Also wenn du dieses Halloween eine Hexe sein willst: sei eine. Aber weiss, was das bedeutet. Weiss, wessen Erbe du trägst. Weiss, dass diese Frauen real waren. Und dass das, was sie wussten, real war.
Pretty High: Für alle, die das Erbe tragen
Pretty High ist keine Modemarke, die Cannabis cool findet. Pretty High ist ein Statement – aus einer langen, wilden, oft tragischen Geschichte heraus.
Trag es mit diesem Bewusstsein:
- Pretty High Crop Top – für die moderne Kräuterfrau.
- Stoner Angel Crop Top – weil Hexen und Engel eh dasselbe waren, je nachdem wen man fragte.
- Pretty Girls Smoke Weed – als wäre das je eine Frage gewesen.
- Good Girls Get Baked – seit Jahrtausenden.
Die ganze Kollektion – für alle, die wissen woher sie kommen: Pretty High Kollektion.
Die Serie zum Weiterlesen
Diese Geschichte ist Teil eines größeren Puzzles:
- 👉 Teil 1: Wait, Weed war LEGAL?!
- 👉 Teil 2: Wie ein Mann mit Rassismus Weed verboten hat
- 👉 Teil 3: Die Rückkehr von Weed
- 🎃 High-lloween: Deine Gruselnacht-Guide
Sie haben sie Hexen genannt. Wir nennen uns Pretty High. Das ist kein Zufall. 🧙♀️💚
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